Im Verlauf unserer eigenen Qualitätskontrollen haben wir sehr geringe Mengen von Amadea-Kartoffeln in Amflora-Feldern im Norden von Schweden entdeckt. Auf diesen Feldern wachsen Amflora-Saatkartoffeln. Insgesamt fanden unsere Kollegen 47 Amadea-Pflanzen in etwa 680.000 Amflora-Pflanzen. Das sind zwar weniger Pflanzen. Dennoch, es ist ein Sachverhalt, der nicht hätte passieren sollen.
Wie es zu dieser Vermischung, über die wir selbstverständlich die schwedische Behörde informiert haben, kommen konnte, untersuchen wir mit Hochdruck. Die Ursache wird zurzeit eingehend untersucht.
Unsere Kollegen fanden die Amadea-Kartoffeln während ihrer regelmäßigen Kontrollgänge, weil Amadea weiß blüht. Die Amflora-Pflanzen bilden hingegen nur wenige rosa-violette Blüten.
Wir haben die Amadea-Pflanzen inklusive ihrer Knollen aus den Feldern in Schweden entfernt und auch die Amflora-Felder in Deutschland und in Tschechien im Rahmen unserer regelmäßigen Kontrollen überprüft. Auf allen Feldern haben wir keine Amadea-Kartoffeln gefunden. Wichtig ist, dass keine Amadea-Kartoffeln in die Produktion von kommerziellen Stärkekartoffeln gelangt sind.



Es klingt vielleicht überheblich, aber genau dieses Szenario habe ich mir bereits im Vorfeld gedacht. Man kann nur froh sein, dass kein Feld mit Bio-Kartoffeln betroffen war. Der Bio-Bauer hätte seine gesamte Ernte nicht verkaufen können höchstens noch als Viehfutter, was für ihn ein absolutes Verlustgeschäft bedeutet hätte. BASF würde ihm in diesem Falle nicht mal eine Entschädigung zahlen. Man sieht an diesem Beispiel mal wieder, wie schnell es zu Vermischungen kommt und wie schwierig es ist, eine Durchmischung zu verhindern.
In verschiedenen Berichten zu dieser Verunreinigung habe ich gelesen, dass Sie die Amadea-Pflanzen an der Farbe ihrer Blüte erkannt wurden. Können Sie das bestätigen?
Sollte das tatsächlich den Tatsachen entsprechen, dann stellen sich mir ein paar Fragen, die ich hier kurz formulieren möchte
* Wurde die Verunreinigung zeitnah an die zuständigen Behörden gemeldet?
* Wieso wurde die Öffentlichkeit erst jetzt informiert?
* Können Sie ausschließen, dass unter den 680.000 Anflora-Pflanzen andere gentechnisch veränderte Kartoffel-Sorten übersehen wurden, weil sie den gleichen Habitus und die gleiche Blütenfarbe haben wie die Sorte Amflora?
@ Herr Otterstedt,
Wir haben die weiß blühenden Kartoffelpflanzen in den Amflora-Feldern in Nordschweden entdeckt und – nachdem feststand, dass es sich bei den Pflanzen um Amadea handelt – sofort die zuständige Behörde darüber informiert. Diese hat die Information kurz danach auf ihrer Webseite veröffentlicht.
Zu Ihrer Frage nach gentechnisch optimierten Kartoffelpflanzen, die aussehen wie Amflora: Die einzige Kartoffelsorte, deren Charakteristika mit denen der Amflora übereinstimmt, ist die Aussgangssorte. Und dabei handelt es sich um eine konventionell gezüchtete Kartoffelsorte. Soweit uns bekannt ist, gibt es kein Projekt, das sich mit einer gentechnisch veränderten Kartoffel beschäftigt, bei dem die gleiche Ausgangssorte wie bei unserer Amflora verwendet wurde.
@ Frau Rupp
Die Vermischung auf dem Amflora-Feld in Schweden hätte nicht passieren dürfen und ist nach ersten Recherchen weniger auf Mängel in unserem Qualitätsmanagement als auf menschliches Versagen zurückzuführen. Allerdings zeigt dieser Fall auch, dass es ein 0,0000 Prozent in der Natur nicht gibt und zudem auch unmöglich nachgewiesen werden kann, da hierfür jede einzelne Pflanze analysiert werden müßte. Über die Sinnhaftigkeit der Nulltoleranz wird daher schon lange auf vielen Ebenen gestritten.
Nicht ohne Grund ist in Lebens- und Futtermitteln die Beimischung von gentechnisch veränderten Pflanzen, die in der EU zugelassen sind, bis zu einem Schwellenwert von 0,9 Prozent erlaubt, soweit “zufällig und technisch unvermeidbar”. Diese Kennzeichnungsregelung gilt gemäß der EU-Öko-Richtlinie übrigens auch für ökologisch erzeugte Produkte.
Für eine nicht-zugelassene Sorte, wie unsere Amadea-Kartoffel, gilt jedoch noch die absolute Nulltoleranz. D.h. solange sie über keine EU-Zulassung verfügt, darf sie in Europa auch nicht in Verkehr gebracht werden. So bringt die Nulltoleranz nicht nur für den Bio-Bauern sondern für jeden Landwirt Unsicherheiten mit sich.
Ganz klar hätten die 47 Amadea-Pflanzen auf unseren Amflora-Feldern in Nordschweden nicht wachsen dürfen. Ich möchte aber trotzdem darauf hinweisen, dass es sich dabei insbesondere um ein regulatorisches Problem und – in der momentanen Stimmung in Europa gegenüber der Gentechnik – um eine politische Herausforderung handelt. Ein Sicherheitsrisiko wurde durch die Vermischung nicht hervorgerufen. Amadea ist – wie Amflora – eine Stärkekartoffel und genau so sicher wie jede andere Stärkekartoffelsorte. Amadea ist umfangreich untersucht und seit mehreren Jahren in Feldversuchen – auch in Deutschland – erfolgreich getestet worden.
[...] BASF-Verantwortlichen nicht bestreiten. So kann man auf der BASF-Seite Dialog Amflora unter “Amflora-Vermischung auf Feldern in Schweden vom 06.09.10 wortwörtlich nachlesen: “Im Verlauf unserer eigenen Qualitätskontrollen haben [...]
Geht es der BASF bei der Gentechnologie nicht einfach um Patentrechte ?
Amflora könnte nur der Anfang sein.
Diese Technologie eröffnet ganz neue Wege das Genom zum Patentrecht zu machen.
Bekommen die Bauern bald Saatgut das in zweiter Generation nicht mehr keimfähig ist ?
Diese Technologie ermöglicht es das Genom zu verändern um Patentrechte zu erwerben die es ermöglichen die Abnehmer abhängig zu machen und die Preise zu bestimmen.
Diese Technologie ermöglicht es Kunden und Konsumenten der Preisdiktatur zu unterwerfen.
Hören sie auf die Menschen für Dumm zu verkaufen.
@Kritiker
Wir hoffen natürlich sehr, dass Amflora nur der Anfang ist!!!
Amflora ist unser erstes Produkt, das für die kommerzielle Nutzung in Europa zugelassen ist. Wir haben noch eine Reihe weiterer Kartoffelsorten – sowohl Stärkekartoffeln wie auch Kartoffeln, die gegen die Kraut- und Knollenfäule resistent sind – in der Pipeline.
Ausserdem arbeiten wir an einer Reihe anderer Themen wie Pflanzen, die mehr Ertrag liefern sowie Pflanzen, die trockentoleranter sind als konventionelle Sorten. Und dies natürlich nicht nur in Kartoffeln, sondern auch in Mais, Raps, Soja, Baumwolle, Zuckerrübe, Zuckerrohr, Weizen und Reis.
Die von uns dabei genutzte Pflanzenbiotechnologie ist eine Methode in der modernen Pflanzenzüchtung.
Jeder Pflanzenzüchter möchte natürlich für seine Leistung, eine neue Sorte gezüchtet zu haben, honoriert werden. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland den sogenannten Sortenschutz, der sicher stellt, dass nicht jeder eine geschützte Sorte einfach nehmen und verwenden kann, ohne den Züchter für die Nutzung zu entlohnen. Der Sortenschutz gilt für jede Sorte – egal mit welcher Züchtungsmethode sie entwickelt wurde.
Und jeder Landwirt hat natürlich die freie Wahl, welche Sorte Pflanzgut er kauft und anbaut und ob ihm die Sorte den vom Züchter geforderten Preis wert ist.
Die Aufgabenteilung zwischen Pflanzenzüchter und Landwirt ist dabei nicht neu. Kaum ein Landwirt züchtet eigene Sorten und/oder betreibt seine eigene Saatgutvermehrung.
Damit wir unseren Entscheidungsspielraum vergrößern können
http//www.alpenparlament.tv/playlist/75-genmais-gefahr-fuer-umwelt-und-gesundheit
@Kritiker
Meine Kollegin Britta Stellbrink hat den Sortenschutz erwähnt, Sie hatten konkret den Patentschutz angesprochen. Beide regeln Eigentumsrechte, der Sortenschutz das Eigentum an einer Sorte – also zum Beispiel Amflora –, der Patentschutz das Eigentum an der Erfindung, im Falle gentechnisch veränderter Pflanzen zum Beispiel das Verfahren, durch bestimmte Gene eine gewünschte Eigenschaft in die Pflanze zu bringen – zum Beispiel die besondere Stärke –. Der Sortenschutz wird für einen längeren Zeitraum gewährt – bei Kartoffeln 30 Jahre –, der Patentschutz für 20 Jahre.
Das Thema Patente gibt immer wieder Anlass zu Missverständnissen. Deshalb haben wir ihm auch bereits einmal einen Artikel gewidmet.
Ich möchte es aber noch mal anders ausdrücken, was zwar nur einen Aspekt des Patentwesens abdeckt, aber dafür gut nachvollziehbar ist.
Eine Firma baut eine Autobrücke über eine Meerenge. Die Brücke dient den Menschen. Ihr Bau erfordert eine grosse Investition. Diese Investition muss sich die Firma zurückholen, zuzüglich eines Gewinns, sonst wäre es kein erfolgreiches Unternehmen. Das macht sie zum Beispiel über das Erheben von Maut für die Überquerung. Der Autofahrer wägt ab, was für ihn günstiger ist – Maut oder Umweg.
Wir entwickeln Pflanzen, die zum Beispiel den Landwirten dienen. Die Entwicklung erfordert eine grosse Investition. Als erfolgsorientiertes Unternehmen können wir dies nur tun, wenn wir sicherstellen können, dass wir diese Investition zuzüglich eines Gewinns auch wieder hereinbekommen. Daher muss der Landwirt für das Nutzen dieser Pflanzen eine Art `Maut´, hier `Lizenz´ genannt an uns bezahlen. Der Landwirt wägt ab, was für ihn vorteilhafter ist – Lizenz bezahlen und die Vorteile unserer Pflanze nutzen oder andere Pflanze anbauen.
Der Unterschied zwischen Brücke und Pflanze in diesem Vergleich ist die Kontrolle darüber, wer sie benutzt. Bei der Brücke baut man eine Schranke und lässt die Autos erst durch, wenn sie ihre Maut entrichtet haben. Pflanzen kann man hingegen leicht vermehren und dann auch ohne die Entrichtung einer Lizenz anbauen. Würde dies im grossem Stil passieren würden wir auf unseren Entwicklungskosten sitzen bleiben. Weitere Pflanzen würden wir dann eher nicht entwickeln. Der Fortschritt für den Landwirt wäre gestoppt.
Patente helfen sicherzustellen, dass diejenigen, die dazu beigetragen haben, dass diese Pflanzen entwickelt werden konnten, dafür auch entlohnt werden und somit weitere Entwicklungen betreiben können. Auch kleinere Firmen tragen häufig durch Erfindungen oder die Entdeckung wichtiger Gene zum Gelingen bei und werden über entsprechende Patente am Erfolg beteiligt.
Bei allem Respekt.
Ich fühle mich für dumm verkauft.
Wie dienen sie den Landwirten ?
Indem sie ihnen Saatgut verkaufen das in zweiter Generation nicht mehr keimfähig ist, eine Erungenschaft der Gentechnologie.
Seien sie doch wenigstens so ehrlich zu ihren Profitinteressen zu stehen.
Gentechnologie eröffnet den Patentrechten ganz neuen Möglichkeiten.
Darum geht es doch, oder ?
Mir wird übel beim Gedanken das Genome für Patentrechte mißbraucht werden.
Und genau das wird passieren.
Herr Dr. Kurt Bock, wie stehen Sie dazu ?
[...] [...]
@Anonymous?
Wirklich anonym ?
Sie sollten das Net besser scannen.
Sie anonymer *g*
Ich bin sehr an Ihrer Version von
www.spiegel.de/spiegel/print/d-29610135.html
interessiert, die Pienz gepostet hat.
In Anbetracht dessen, bitte ich verantwortungsbewusste Menschen auch Plattformen wie openleaks.org in Betracht zu ziehen.
Zu Ihrem, mit Velaub, bescheuerten Brücken Beispiel – Eine Brücke ist kein Lebewesen und kann sich nicht fortfplanzen.
Die Wahl ob ich Gentechnik will oder nicht, habe ich also nicht, da Sie bereits geschrieben haben eine Vermengung ist nicht auszuschliessen.
Letztendlich hat nur der Bauer die Wahl zu zahlen oder nicht.
Viele Grüße
@ Follower und Pienz
Auf den Seiten von BioSicherheit finden Sie die Fakten zu dem Artikel.
@ Kritiker
Natürlich möchten bzw. müssen wir als Unternehmen Gewinn erwirtschaften. Genau wie jeder Landwirt auch. Und natürlich hat jeder Landwirt die freie Wahl, welche Sorte Saatgut er kauft und anbaut.
Unsere Amflora-Kartoffel wird – wie jede andere Kartoffelsorte auch – vegetativ, d.h. über die Knollen vermehrt. Voraussetzung dafür ist die Keimfähigkeit der Knollen.
Auf das Thema Patentschutz und Sortenschutz ist Thorsten Storck in seinem Kommentar oben schon eingegangen. Beide Schutzrechte wurden nicht erst für gentechnisch veränderte Pflanzen erfunden, sondern gelten genau so in anderen Bereichen bzw. beim Sortenschutz auch für jede Sorte, die konventionell gezüchtet wurde.
hey
In Kartoffeln befindet sich doch Stärke?!
Ich bin ziemlich stark und breit.
Aber trotzdem würde mich interessieren, ob ich bei regelmäßigem Kartoffelverzehr noch stärker werden würde. Würde mich über eine Antwort freuen.
Lg
euer bizeps
Hallo Patrick,
die Kartoffel scheint mir doch ein fast ideales Nährmittel für Dich zu sein. Neben einer Menge Energie aus der Stärke enthält sie auch zirka zwei Prozent Eiweiß der besten Sorte. Dieses Eiweiß ist in seiner Qualität dem Milchprotein ebenbürtig und damit hoch verdaulich, vollständig verwertbar und reich an essentiellen Aminosäuren.
Die Mineralien aus der Kartoffel, hier vor allem Kalium sowie Magnesium und Kalzium, in Verbindung mit Mangan, sorgen für entspannte Verhältnisse in Deinen Muskeln. Darüber hinaus enthält die Kartoffel große Mengen Vitamin C, welches in Verbindung mit Zink Dein Immunsystem stärkt.
Wenn Du Ballaststoffe brauchst, die Deinen Darm fit halten, so solltest Du den Kartoffelbrei mit Wurzelgemüse und den Kartoffelsalat mit Grünzeug ergänzen. Ein wenig Gemüsemais sorgt dann noch für den richtigen Durchblick, da er die natürlichen Farbstoffe beinhaltet, die Dein Auge braucht.
Nur sieh Dich vor, wie alles im Leben, hat auch die Kartoffel eine Kehrseite. Wird sie im Licht gelagert und ergrünt, so enthält sie zu viele Glykoalkaloide Solanin, Chaconin. Das mag Deine Leber gar nicht. Ansonsten steht dem Verzehr von 500 Gramm Kartoffeln pro Tag nichts im Wege.
Ob übrigens Biokartoffeln, vor allem die hochgelobten alten Sorten, wirklich gesünder sind, ist nicht erwiesen. Für die alten Sorten gibt es kaum Angaben zu den Glykoalkaloidgehalten. Die modernen Speisekartoffelsorten sind jedoch alle gut verträglich.
Mit besten Grüßen
Timo