Nachdem auf unserem Amflora-Feld in Schweden eine Verunreinigung mit der Stärkekartoffel Amadea festgestellt wurde, verbreitete sich gestern die Nachricht, dass Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) die Ernte gestoppt habe. An diesem Gerücht ist nichts dran, genauso wenig wie an der Nachricht, dass die geernteten Kartoffeln sichergestellt seien.
Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern hat uns hingegen auferlegt, „die in der Gemeinde Zepkow (…) aufgewachsenen Kartoffeln der Sorte ‚Amflora’ nach der Ernte so zu lagern und aufzubewahren, dass ein Zugang für Dritte sicher verhindert wird. Der Beginn und das Ende der Ernte sind anzuzeigen. Ein weiteres Inverkehrbringen, dazu gehört insbesondere auch eine Abgabe zur Verarbeitung, nach der Ernte wird solange untersagt, bis keine Zweifel mehr an der Verkehrsfähigkeit der Partie bestehen.“
Das heißt: Die Amflora-Ernte wird weder gestoppt noch sichergestellt. Wir planen, die Ernte auf unserem Feld in Zepkow fortzusetzen. Um das Erntegut dann im nächsten Jahr als Saatkartoffeln nutzen zu können, muss das Ministerium davon überzeugt sein, dass es auf dem Amflora-Feld in Zepkow nicht zu einer Vermischung kam.
Laut Pressemeldung “unterstreicht der Minister jedoch auch, dass die Kartoffeln in Zepkow von den Mitarbeitern des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei mehrmals kontrolliert wurden. Während der Bonitur seien keine anderen Kartoffelsorten aufgefallen.”
Die Frage, worin die Ursache für die Verunreinigung in Schweden liegt, lässt sich derzeit nur spekulativ beantworten. Wir werden sobald wie möglich dazu Stellung beziehen.



Ich finde es gut, wenn BASF aktiv und offen in die Diskussion eingreift wie sie es z.B. mit diesem Blog tut.
Die Frage der Verunreinigung mit Amadea ist für mich allerdings besorgniserregend. In der Vergangenheit wurde von Kritkern immer wieder betont, daß es nicht möglich sei gentechnisch veränderte Lebensmittel dauerhaft von nicht veränderten Lebensmittel zu trennen. Ich erinnere mich daran, daß besonders bei Mais immer wieder Vermischungen aufgetaucht sind.
Und jetzt gelingt es offensichtlich nicht einmal in diesem überschaubaren Rahmen eine sortenreine Aussaat sicherzustellen. Ich gehe davon aus, daß alle Mitarbeiter der BASF verantwortlich handeln, in diesem Sinne traue ich der BASF – anders als von Greenpeace behauptet, trotzdem ist es offensichtlich nicht zu verhindern gewesen. Das macht mich nachdenklich.
Wie soll z.B. zukünftig verhindert werden, dass Amflora sich mit anderen für den menschlichen Verzehr vorgesehenen Kartoffeln vermischt?
Noch schlimmer als die Tatsache, dass es zu einer Verunreinigung ich würde wohl eher von einer Durchmischung reden, seit ich die Bilder gesehen habe gekommen ist, finde ich, dass Fr. Susanne Benner nun in der Tagesschau fordert, die Politik den Gegebenheiten ihren Gegebenheiten anzupassen. Eine Nichtverunreinigung sein Praxisfremd. Dieses Gewackel des Schwanzes mit dem Hund sagt viel über des Selbstverständnis der BASF aus.
Stefan R. aus H.
@ Herr Redlich, Herr Stefan R. aus H.
Ganz klar hätten die 47 Amadea-Pflanzen auf unseren Amflora-Feldern in Nordschweden nicht wachsen dürfen. Wir nehmen den Vorfall der Verwechslung sehr ernst und arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung des Sachverhalts, um sicherzustellen, dass die Wiederholung eines solchen Vorfalls für die Zukunft verhindert wird.
Aus diesem Grund haben sich vorgestern Nachmittag Vertreter der BASF Plant Science und der Europäischen Kommission zu einem Gespräch in Brüssel getroffen, um die Sachlage und weitere Schritte zu besprechen. Teilgenommen haben auch Behördenvertreter aus den Amflora-Anbauländern Schweden, Deutschland und Tschechien.
Bei diesem Gespräch haben wir das Produktionssystem für unsere Kartoffeln erläutert, da es sich nach ersten Erkenntnissen vermutlich um eine Verwechslung von Amadea- und Amflora-Pflanzgut handelt. Detailfragen müssen nun zwischen den Spezialisten der Behörden und der BASF Plant Science geklärt werden. Hierzu wurden weitere Gespräche vereinbart.
Wichtig ist: Ein Sicherheitsrisiko wurde durch die Vermischung nicht hervorgerufen. Amadea ist – wie Amflora – eine Stärkekartoffel und genau so sicher wie jede andere Stärkekartoffelsorte. Amadea ist umfangreich untersucht und seit mehreren Jahren in Feldversuchen – auch in Deutschland – erfolgreich getestet worden.
In der EU gilt für zugelassene GV-Pflanzen die Koexistenz mit einem Kennzeichnungsschwellenwert von 0,9 Prozent. Ein Produkt muss gekennzeichnet werden, wenn der Anteil an pflanzlichen GVO 0,9 oder mehr beträgt. Diese Regelung basiert darauf, dass es 0,0 Prozent in der Natur nicht gibt und keine Qualitäts- oder Sicherheitsbedenken vorliegen.
Seit Jahren wird allerdings die Debatte über eine entsprechende Regelung für Saatgut und für nicht in der EU zugelassene Pflanzen vertagt. Auf diese dringend benötigte Entscheidung zum Umgang mit Nulltoleranzen hat u.a. meine Kollegin Susanne Benner hingewiesen.
Unabhängig von dieser politischen Forderung, stellen wir uns unserer Verantwortung. Wenn klar ist, welche nächsten Schritte unternommen werden, informieren wir darüber.
Sehr geehrter Stefan,
ich habe den Beitrag in der Tagesschau gesehen und stimme Ihnen zu, dass der Eindruck entstehen kann, wir würden nicht zu dem Fehler stehen. Die Frage des Journalisten war eine andere, aber das ist jetzt belanglos.
Die Frage nach der Ursache und den Maßnahmen habe ich gegenüber den Medien klar beantwortet, möchte es aber hier nochmal wiederholen: Den Fehler der Vermischung der Amflora- und Amadeakartoffeln sucht BASF Plant Science bei sich, nicht bei der Politik.
Wir haben die Amadea-Kartoffeln gefunden, wir haben den Fall den Behörden gemeldet und wir suchen jetzt mit Hochdruck nach der Ursache in unserem Produktionssystem, weil wir eine Wiederholung in der Zukunft verhindern wollen.
Grüße
Susanne Benner
[...] This post was mentioned on Twitter by Campaigning Global, ReputationRescue Co.. ReputationRescue Co. said: BASF nutzt Amflora-Blog für Krisenkommunikation. Solche Offenheit kann man nur loben. http://samu.li/9BRyFB (via seReive) [...]
[...] einer der größten Erfolge wurde die Kommunikation im Blog mit wissenschaftlichen Mitarbeitern der BASF bewertet, um den Amflora-Dialog auf Augenhöhe mit [...]